Ebertplatz, Köln

Auftrag: Stadt Köln

Kooperationen:
Stadtplanungsamt, Kulturamt, Amt für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau, Stabstelle Events, Film & Fernsehen, Grünflächenamt, Ordnungsamt, Streetwork Köln, Polizei,  KVB, AWB und KGAB sowie Kunstverein Brunnen e.V., Bürgerverein Eigelstein e.V., EBI e.V., zivilgesellschaftliche Gruppen sowie im Rahmen des Platzmanagements mit Arbeitsgruppen zum Platzprogramm (Kunst und Kultur, Gestaltung, Begrünung, Sport und Spiel) – Vereine am Ebertplatz u.a. Kunstverein Brunnen e.V. & krimskramsclub e.V. – Anwohner*innen & Gewerbetreibende, Hochschulen u.a. TH Köln & KISD, diverse Projektpartner*innen

Vertragslaufzeit:
2024 und 2025, Folgeauftrag bis Mitte 2026 zur Weiterführung des Platzmanagements

Der innerstädtische Ebertplatz am Kölner Ring wurde in den 1960/70er Jahren zeittypisch vollkommen umgebaut. Dabei standen verkehrstechnische Belange im Vordergrund, die städtebaulichen Aspekte in zweiter Reihe. Der Verkehr umfließt seitdem den Platz um eine tiefergelegte Mitte mit einem künstlerisch gestalteten Brunnen, einem Passagenzugang zur U-Bahn im Osten, einer Fußgängerpassage mit Ladenlokalen unter einem Brückenbauwerk für den motorisierten Verkehr im Westen.

Mitte der 2010er Jahre wurde die Passage West immer mehr zum „Unort“: Auszug von Läden, nächtliche Unsicherheit, Drogenhandel mit entsprechender Kriminalität. 2017/18 wurde in Verwaltung und Politik diskutiert, die Passage vollständig zu schließen und bis zum Straßenniveau zuzuschütten. Dagegen regte sich massiver Widerstand. Künstler*innen und Kulturinitiativen schlugen vor, die Räume zwischenzunutzen. Bürgerinitiativen aus der Nachbarschaft machten sich stark für einen lebendigen Stadtplatz. Schließlich entschied sich die Stadt, das Wagnis einer „Zwischennutzung“ mit den zivilgesellschaftlichen Gruppen im Rahmen eines kooperativen Verantwortungssystem mit Kunsträumen sowie stadtgesellschaftlichen und kulturellen Veranstaltungen einzugehen.

Das Planungs- und das Kulturamt organisierten seit 2018 ein Zwischennutzungskonzepts in einem kooperativen Prozess gemeinsam mit Vereinen, Initiativen und Anwohner*innen. Durch verschiedene Maßnahmen wurde der Platz so wieder für verschiedene Nutzer*innengruppen in Quartier und Gesamtstadt aktiviert sowie Wahrnehmung und Sicherheitsgefühl kontinuierlich verbessert. Zudem fungiert der Ebertplatz als Reallabor mit dem Ziel, langfristige Perspektiven für eine lebendige Nutzung dieses wichtigen öffentlichen Raums zu erproben.

2022 einigten sich alle Akteure darauf, gemeinsam eine längerfristige Perspektive für Städtebau, Verkehr, Kunst und Kultur sowie für eine lebendige Stadtgesellschaft zu erarbeiten und im Hinblick auf eine Realisierung zu prüfen.

Anfang 2024 wurde startklar a+b mit dem Kölner Architeturbüro raumwerk.architekten beauftragt,
– die Zwischennutzungen zu unterstützen und weiterzuentwickeln,
– planerisch-bauliche Zukunftsvarianten aufzuzeigen,
– ein zukunftsfähiges Nutzungs-/Träger-/Betriebsmodell zu entwickeln.

Diese komplexe Aufgabe stellt hohe Anforderungen an ungewöhnliche Lösungsansätze, an Kooperation und Vermittlung zwischen zivilgesellschaftlichen und kommunalen Planungs- und Entscheidungskulturen.