„Dritter Ort – Raum und Zeit für Veränderung“, Ahlen

Gibt es ein Patentrezept für lang andauernde, gelingende Beziehungen? Die Schuhfabrik Ahlen, das soziokulturelle Zentrum im Herzen Ahlens, besteht seit mehr als 30 Jahren und kann daher eine überzeugende Antwort liefern: Es braucht die Bereitschaft, sich stetig zu verändern, die Kontinuität des Wandels; das lässt diesen Begegnungsort, die Ideenschmiede für kulturelle Projekte und Veranstaltungen, bis heute lebendig sein.

 

„Wir sind mehr als die Summe der einzelnen Teile“ ist ein Leitsatz der Schuhfabrik, der auch auf die Ausgangsfrage antwortet, der die vielfältige Arbeit in Ahlen seit jeher prägt und das kreative Sich-Einbringen der Mitarbeitenden, der Ehrenamtlichen und Interessierten wertschätzt. Gemeinsam gestemmte Großprojekte und in Gemeinschaft entwickelte Ideen schweißen die Aktiven zusammen, schaffen ein Wir-Gefühl und sorgen mit dafür, dass die Angebote der Schuhfabrik auch über die Stadt hinaus in die Region ausstrahlen. Ausstrahlen und Vernetzen sind auch deshalb zentrale Elemente, weil sich die Schufabrik als Impulsgeber für lokale Vernetzungen sieht. Das Kulturzentrum wirkt einladend und anziehend, auch auf auswärtige Kooperationswillige aus der Kultur, z. B. bildende Künstlerinnen, an denen es in der Vergangenheit nicht gemangelt hat.

 

Die Schuhfabrik Ahlen steht für Experimentierfreude. Sie nimmt mit ihren Projekten und Events gesellschaftspolitisch relevante Themen wie Diversität, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit ins Visier. Mit Aktionen wie der „Digitalen Kneipe“ im November 2018 und dem „Science-Fiction-Festival“ im Juni 2019 haben die Aktiven schon zum Nachdenken und zu Diskussionen angeregt: Essen mit dem Smartphone an der Theke bestellen und bezahlen oder virtuelle Welten via VR-Brille erleben – das ist schon längst keine Zukunftsmusik mehr. Aber wie kann oder soll Mobilität, unser Arbeitsplatz oder die Freizeit künftig aussehen? Von rosarotem Wunschdenken bis hin zum dunklen Horrorszenario ist die Palette der möglichen Vorstellungen groß. Sicher ist nur: Zukunft heißt Veränderung – und die will aktiv mitgedacht und -gestaltet sein!

 

Projektträger: Initiative Bürgerzentrum Schuhfabrik e. V. Ahlen

 

 

Räume und Nutzungsbausteine

Zweistöckiges Gebäude, große Außenterrasse mit angrenzendem Parkplatz (Veranstaltungsbühne); Erdgeschoss: Gastronomie mit Veranstaltungssaal und Nebenräume (einer davon wird ein von außen begehbares Filmstudio); erste Etage: drei Büroräume, Teeküche, vier Gruppenräume (werden für Treffen und Proben zur Verfügung gestellt), breiter Flur mit Ausstellungsfläche


Titelbild: Initiative Bürgerzentrum Schuhfabrik e. V. Ahlen

     

    Die Schuhfabrik Ahlen ist dabei mit im Boot. Modernes technisches Equipment, neue Medien und kleinere Umbaumaßnahmen schaffen die Voraussetzungen dafür, dass solche Fragestellungen künftig in einladender Umgebung optimal kommuniziert und bearbeitet werden können. Die Verantwortlichen des Kulturzentrums können auch dabei auf Unterstützung und Inspiration von externen Künstlerinnen und Impulsgebern setzen. Mit diesen gemeinsam werden die virulenten Fragen zu den Lebensbedingungen in der Zukunft aufgegriffen, künstlerisch transformiert und in einem partizipativen Diskurs beleuchtet.

     

    Auf ihrer Website beschreibt sich die Schuhfabrik als „offenes Haus“, mit „Punks hinter der Theke und Schlipsträger[n] davor, Senioren*innen auf der Bühne und Enkel[n] im Publikum“, als „bunt und unberechenbar“. Sie alle haben sich mit ihrem Engagement das zweite Motto des Kulturzentrums auf die Fahnen geschrieben: „Nichts Besseres zu tun“. Was beim ersten Hören vielleicht nach Beliebigkeit oder Gleichgültigkeit klingen mag, ist vielmehr Ausdruck der Leidenschaft und Überzeugung, mit der die Schuhfabrik Ahlen und ihre Aktiven agieren!